Sonntag, 11. Januar 2009

Die Suche nach Österreichs nächstem Topmodel [Gastbeitrag]

Vorwort von mir:

Ich freue mich darauf, euch Leser wieder mal einen Gasteintrag zu präsentieren. Heute kommt dieser Blogeintrag von meiner Grazer Blogger-Kollegin Ascari (oder heißt es genau genommen Bloggerin?). Was soll's, hier der Beitrag und viel Spaß beim Lesen!



Jetzt ist es endlich soweit, nach drei Staffeln von „Germany's Next Topmodel“ gibt es nun auch einen eigenen österreichischen Ableger, moderiert von der Gewinnerin der ersten deutschen Staffel, Lena Gercke. Am vergangenen Donnerstag wurde auf Puls 4 die erste Folge ausgestrahlt, in deren Verlauf aus den 100 angetretenen Mädchen in der Wiener Hofburg die zehn Finalistinnen ausgewählt wurden, die in den nächsten Wochen zu Models ausgebildet werden sollen.

Eines möchte ich gleich mal vorausschicken: Da ich das Original nicht kenne, fällt es mir schwer zu beurteilen, inwiefern das Format aus Deutschland übernommen wurde und wieviel davon eigenständig ist.

Eines Eindrucks konnte ich mich jedenfalls gleich zu Anfang nicht erwehren: Der Preis für die Siegerin ist eher mau: Ein Vertrag mit einer Wiener Modelagentur (von der ich noch nie gehört habe), ein Titelbild für das „MISS“-Magazin (das einzige Mode-, Klatsch- und Tratschheft, das vollständig unter österreichischer „Herrschaft“ entsteht) und das Gesicht der neuen Crystalized-Kampagne von Swarovski. Und darüber hinaus steht der Siegerin auch ein fixer Startplatz bei der kommenden vierten Staffel von GNTM zu.

Im Laufe des Abends konnte man als erstes verfolgen, was 100 verschiedene Mädels anstellen, um sich anregend in die österreichische Fahne als Kleidung zu hüllen – relativ scheinheilig kommentiert, dass das ja gar nicht gewünscht sei, dass die Mädels sich so freizügig präsentieren (Wer's glaubt, wird selig :D).

Danach ging es an das Auswahlverfahren, jedes Mädchen hatte zwei Minuten Zeit, sich der Jury, bestehend aus Andrea Weidler, der Leiterin der bereits zitierten Modelagentur, Alamande Belfor, einem Runway-Trainer und Lena Gercke selbst, zu präsentieren. Sie waren sich dabei auch nicht zu schade, vor laufender Kamera bei den Mädchen mit dem Maßband nachzumessen, ob die Angaben zu Brust-, Taillen- und Hüftumfang der Bewerberinnen auch stimmten.

Das weitere Auswahlverfahren spielte sich in zwei Teilen ab, zunächst wurden 30 aus den 100 Mädchen ausgewählt, die sich im Folgenden nach einer zeitweise sehr unbequemen Nacht (Für diese 30 Mädchen gab es nämlich nur 10 Betten zum Übernachten) auf dem Laufsteg im Freien mit Designerkleidung bzw. Skiny-Unterwäsche auf dem Catwalk präsentieren mussten (Muss bei den derzeitigen Minusgraden ja ein echtes „Zuckerschlecken“ gewesen sein). Am Ende dann die bereits erwähnte zweite Auswahl, wo aus den 30 die 10 ausgewählt wurden.

Am Ende bekannte Lena Gercke auch, dass ihnen die Wahl von sieben Mädchen sehr einfach gefallen wäre, nur bei den letzten dreien wäre es nicht ganz so eindeutig gewesen. An dieser Stelle drängte sich mir dann endgültig der Gedanke auf, dass sie sich eigentlich dieses ganze Getue hätten sparen können, es war relativ deutlich zu erkennen, welche Mädchen ihren Kriterien am ehesten entsprechen würden ... Welch ein Zufall, dass einige davon bereits auch Erfahrung als Model haben, eine der Kandidatinnen gab auch offen zu, dass sie schon modeln würde, seit sie 14 sei und dass sie an der Sendung hauptsächlich deswegen teilnehmen würde, um mehr Castings zu bekommen.

Soweit der Inhalt der ersten Sendung, ab nun kann man den unvermeidlichen Mode, Makeup- und Zickenkrieg jeden Donnerstag weiterfolgen, um schlussendlich festzustellen, wer den nun am Ende sich Österreichs nächstes Topmodel nennen darf.

Ich finde es ja wirklich immer wieder erstaunlich, wieviele Mädchen anscheinend nach wie vor davon träumen, Model zu werden – also einen Job zu ergreifen, der einem wirklich alles abverlangt (und ich rede hier nicht vom Gewicht) und bei dem der Schein wichtiger ist als das Sein ...
Umso schöner empfand ich den Umstand, dass eine der Kandidatinnen wieder absprang, noch ehe es zur Vorstellung kam, mit der Begründung, dass es in der Familie einen Unfall gegeben habe und dass ihr die Familie wichtiger sei als das Model-Casting – sicher mit Abstand die berührendste Szene in der ansonsten eher oberflächlichen und zuckerlbunten Sendung.

Was meint ihr dazu? Wie steht ihr generell zu diesen Casting-Shows im Fernsehen? Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Kleine Zeitung
Puls 4 Webseite

1 Kommentar:

eichental hat gesagt…

In Deutschland gibt es jetzt 25 Jahre Privatfernsehen und ohne Frage in den 25 Jahren hat sich das Fernsehen gewandelt, auch bei den öffentlich rechtlichen Sendern. Aber am quotenstärksten scheinen Sendungen zu sein, bei denen sich entweder (mehr oder weniger) Prominente zum Affen machen (lassen) oder der Normalzuschauer ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wird. Während BigBrother u.ä. mitlerweile an Interesse abnimmt, steigen "Shows" die Glanz und Glemmer versprechen in der Beliebtheit. Es gab vor kurzem ein öffentl. Casting für "Germanys Next Topmodel" in Düsseldorf. Dort tummelten sich sage und schreibe 1000 Mädchen (Dauer des Castings - 1 Tag). Ich denke daher, daß die Sendung auch in Österreich ein Quotenerfolg werden wird.